Tim Freihöfer wechselt in die Hauptstadt

ByJörg Wittenberg

Tim Freihöfer wechselt in die Hauptstadt

Tim Freihöfer verlässt im Sommer die JSG Echaz-Erms in Richtung Berlin. Dort will er in der Handballakademie der Füchse die nächsten Schritte seiner sportlichen Entwicklung nehmen. Auch wenn die Region damit ein großes Talent verliert, wünschen wir Tim viel Erfolg in seiner neuen Heimat und nur das Beste für seine private und sportliche Zukunft.

Tim Freihöfer ist ein quirliger Typ, der trotz seines jungen Altes bereits über ein umfangreiches technisches und taktisches Repertoire verfügt. Ob Dreher, Leger oder auch mal der normale Wurf, durch seine Schnelligkeit und Sprungkraft, er weiß, wie der Ball effizient ins Tor gelangt. Neben dem Tempospiel liebt er das Duell Mann gegen Mann. Zweikämpfe und Körperkontakt, auch wenn es mal weh tut, sei das, was er am Handball so mag. Dabei eifert er tägliche seinem großen Vorbild Lukas Mertens vom SC Magdeburg nach. Tim erklärt: „Die Art und Weise, wie Lukas Handball interpretiert und spielt, fasziniert mich. Seine Technik und seine Kreativität ist einfach überragend.“

Er wuchs in Lichtenstein auf, im Echaztal nahe Tübingen, wo eigentlich alle Handball spielen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass seine Eltern und seine Schwester dem Handball der Region eng verbunden sind.
Tim war vier Jahre, als er zum ersten Mal mit dem Handball bei seinem Heimatverein, der SG Ober-/Unterhausen, in Berührung kam. Schnell entwickelte er die Leidenschaft für „seinen“ Sport und fand in den Trainern Dennis Bordt, Yannic Widmaier und Daniel Jungel genau die richtigen Unterstützer und Förderer. „Man hat schnell gesehen, dass Tim instinktiv Dinge mit dem Ball richtig und gut macht“, sagt Bordt: Würfe, Pässe, Abwehr.

Seine Fähigkeiten am Ball sind folglich auch den Offiziellen des Landesverbandes Württemberg nicht verborgen geblieben, die mit ihren Förder- und Lehrgangsmaßnahmen einen nicht unerheblichen Anteil an seiner Entwicklung hatten. „Der HVW hat mich immer und zu jeder Zeit unterstützt und auch Rücksicht auf meine Belange genommen. So wurde mir u.a. auch das Frühtraining am Friedrich-Schiller-Gymnasium ermöglicht, sodass ich bereits während der Schulzeit trainieren konnte. Auch die auf mich zugeschnittenen Trainingspläne, und die damit verbundenen wertvollen Tipps zum Training von HVW-Leistungssportkoordinator Dr. Jan Pabst, waren eine wertvolle Hilfe für meine Entwicklung“, so Tim.

Somit folgte nach der C-Jugend mit dem Wechsel zur JSG Echaz-Erms der nächste logische sportliche Schritt, wo Tim auf Micha Thiemann und Jörg Wittenberg als Trainer traf. In enger Zusammenarbeit, auch mit dem HVW, wurde vor allem der Fokus auf ein verstärkt individuelles Training mit Schwerpunkten auf positionsspezifische Technik und Athletik gelegt, zudem durfte er als B-Jugendlicher erste Erfahrungen in der Jugendbundesliga sammeln und mit seinem Team in der BWOL Fuß fassen. Vor allem in Punkto Athletiktraining wurden, insbesondere unter Leitung von Steffen Hepperle (Athletiktrainer der 1. Herrenmannschaft), keine Anstrengungen und Mühen gescheut, um seinen Körper auf die künftigen Belastungen vorzubereiten.

„Ich bin sehr dankbar dafür, was der VfL Pfullingen in kurzer Zeit alles für meine Entwicklung getan hat. Vor allem das individuelle Training in der Männermannschaft und die damit verbundene Herausforderung den Torhüter zu überwinden fand ich eine besonders wertvolle Herausforderung. Da mir die Schule ebenso wichtig ist war es sicherlich auch eine sehr stressige Zeit, da neben dem Handball auch dort die Belastungen ständig wuchsen. Aber auch da fand ich in meiner langjährigen Klassenlehrerin Corinna Birnbreier viel Unterstützung. Sie akzeptierte nicht nur meine oftmals mehrtägige Abwesenheit von der Schule, aufgrund von Fördermaßnahmen des Landesverbandes, sondern griff mir bei vielen schulischen Dinge tatkräftig unter die Arme, sodass ich meinen Schulabschluss machen konnte“, so Tim zu seinen Eindrücken beim VfL Pfullingen.

Im Sportlichen gelang Tim das „Kunststück“ beim Länderpokal 2017 als Spieler des jüngeren Jahrganges und bei der DHB-Sichtung 2018 in das Allstar-Team gewählt zu werden – eine besondere Auszeichnung. Damit ließen auch die Interessenten nicht auf sich warten: unter anderem meldete sich mit den Füchsen Berlin die in Deutschland wahrscheinlich beste Jugendhandballakademie, die für ihre gute Ausbildungsqualität von talentierten Nachwuchshandballer steht, wie die Finalspiele um die Deutsche Jugendmeisterschaft der letzten Jahre eindrucksvoll zeigen.

Die Füchse Berlin, um ihre Verantwortlichen Bob Hanning und Volker Zerbe, zeigten dabei ein sehr professionelles Vorgehen, indem sie zunächst den Verein kontaktiert hatten um sich um seine Leistungsperspektive zu erkundigen bzw. die damit verbundenen nächsten Entwicklungsschritte von Tim, bevor sie mit Tim und seinen Eltern selbst kommunizierten und ihn zu einem Probetraining nach Berlin einluden. Die Möglichkeiten, die Tim in der Hauptstadt bekommt, gibt es so wahrscheinlich kein zweites Mal in Deutschland. Damit stand die Entscheidung zum Wechsel fest. „Ich bin sehr gespannt und freue mich auf diese neue Herausforderung“, sagt Freihöfer, der gerade sein Realschulabschluss an der Wilhelm-Hauff-Realschule in Pfullingen absolviert hat und in Berlin nun eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann anstrebt. „Bereits das Probetraining und der Besuch in Berlin haben mich beeindruckt, zudem bin ich vollkommen überzeugt, dass ich in Berlin die besten Strukturen für die Entwicklung vorfinde und dass dies somit für mich der richtige Schritt ist.“

Tim hat dabei sehr viel Unterstützung erhalten: “Ich habe viel mit meinen Trainern gesprochen. Vor allem aber auch mit meinen Eltern und meinem guten Freund Henry Agner – sie haben mir sehr weitergeholfen. Den endgültigen Entschluss zum Wechsel habe ich allerdings aufgrund des Gesamtpaktes gefasst, denn neben dem rein Sportlichen wurde mir von Vereinsseite auch eine sehr gute beruflichen Perspektive geboten. Dieser Schritt fällt mir nicht leicht, weil ich der Region sehr verbunden bin und viele Freunde hier habe.“

Der JSG Echaz-Erms ist es wichtig für Tim eine maßgeschneiderte Anschlussförderung zu ermöglichen, dies können die Füchse Berlin – die für ihre Jugendarbeit bekannt sind – hervorragend. „Ich freue mich für Tim, dass er diese Chance bekommt sich bei den Füchsen weiterzuentwickeln“, so Thiemann „und ich bin mir sicher, dass er seinen Weg gehen wird und ein Tophandballer werden kann, wenn er zielstrebig an seinen Zielen weiterarbeitet.“

Auch wenn wir die Region ein großes Talent verlieren, zeigt es doch, dass die Ausbildung nur erfolgreich sein kann, wenn sie Hand und Fuß hat und im Sinne der individuellen Entwicklung ausgerichtet ist. Tim wird seinen Weg gehen – da sind wir sicher. Wir wünschen ihm nur das Beste für seine Zukunft.

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