TV Neuhausen erhält Jugendzertifikat 2017

ByJörg Wittenberg

TV Neuhausen erhält Jugendzertifikat 2017

Novum bei der Vergabe des Jugendzertifikats! Erstmals in der zehnjährigen Geschichte des Jugendzertifikats haben alle 18 Erstligisten der DKB Handball-Bundesliga das Qualitätssiegel für herausragende Nachwuchsarbeit erteilt bekommen. Anders in der 2. Bundesliga: hier wurden nur 5 Zertifikate vergeben, darunter eines an den TV Neuhausen.

Die hervorragende Nachwuchsarbeit der Vereine spiegelt sich ganz besonders in der jungen Nationalmannschaft wieder, die Deutschland momentan bei der Weltmeisterschaft in Frankreich vertritt. Die von Bundestrainer Dagur Sigurdsson nominierten Spieler stammen beinahe ausnahmslos aus den Leistungszentren der Clubs der 1. und 2. Bundesliga. Hoffnungsträger Paul Drux durchlief beispielsweise seine Jugend in den traditionell mit dem Jugendzertifikat ausgezeichneten Nachwuchsabteilungen der Füchse Berlin und des VfL Gummersbach.

Der Expertenausschuss des Jugendzertifikates vergibt das Jugendzertifikat an folgende Clubs:

DKB HBL: Füchse Berlin, Rhein-Neckar Löwen, TSV Hannover-Burgdorf, HSC 2000 Coburg, VfL Gummersbach, SC DHfK Leipzig, SC Magdeburg, SG Flensburg-Handewitt, HBW Balingen-Weilstetten, Bergischer HC, FRISCH AUF! Göppingen, THW Kiel, TBV Lemgo, HSG Wetzlar, TSV GWD Minden, HC Erlangen, MT Melsungen und TVB Stuttgart.

2. Handball-Bundesliga: TuS Nettelstedt-Lübbecke, TUSEM Essen, TV 1893 Neuhausen, HC Empor Rostock und ThSV Eisenach. Abgelehnt wurden die Anträge von EHV Aue, SG BBM Bietigheim und HSG Konstanz. Zurückgezogen hat die SG Leutershausen. Nicht eingereicht haben die Clubs VfL Bad Schwartau, DJK Rimpar Wölfe, HG Saarlouis, TV Emsdetten, HSG Nordhorn-Lingen, TSG Lu.-Friesenheim, ASV Hamm-Westfalen, Wilhelmshavener HV, TuS Ferndorf, Dessau-Roßlauer HV und TV 05/07 Hüttenberg.

2007 wurde das Jugendzertifikat als ligaübergreifendes Gütesiegel geschaffen. Einstimmig sprachen sich die Clubs für das anspruchsvolle Vergabeverfahren aus. Seit 2008 wird es an Proficlubs vergeben, die für Nachwuchs-Handballer in ihren Leistungszentren entsprechend gute Rahmenbedingungen bieten. Das Jugendzertifikat setzt voraus, das Nachwuchsspieler in Club und Umfeld möglichst optimale Bedingungen vorfinden, die eine Ausbildung zum Spitzenspieler möglich machen. Im Vergabeverfahren werden Kriterien geprüft, wie z. B. ausgereifte Betreuungs- und Ausbildungskonzepte (Duale Karriere), Qualität des Trainerstabes sowie von Team und Training. Mit der Vergabe für das Jahr 2017 wurde das Zertifikat zum zehnten Mal vergeben.

Der Ausschuss, der das Zertifikat jährlich vergibt, besteht aus Professor Dr. Klaus Cachay (Universität Bielefeld), Klaus Langhoff (Olympiasieger 1980 als Trainer) und Frank Bohmann (Geschäftsführer Handball-Bundesliga GmbH).

Ziel des Jugendzertifikats ist die Sicherung qualitativer und kontinuierlicher Fort- und Weiterentwicklung von Talenten in den Profivereinen. So sollen für deutsche Nachwuchsspieler bestmögliche Vorrausetzungen geschaffen werden, um in ihren Klubs zu Spitzenspielern zu reifen. Vereine, die das Jugendzertifikat nicht vorweisen können, zahlen in einen Fond ein, dessen Mittel Projekten zu Gute kommen, welche die Nachwuchsarbeit im Handballsport allgemein fördern. Diese sind zum Beispiel Trainersymposien, Qualitätsaudits oder weitere zentrale Maßnahmen der Nachwuchs- und Anschlussförderung.

„Die Auszeichnung durch die HBL beweist, dass wir mit unserer Philosophie in der JSG Echaz-Erms richtig liegen, auch wenn die Anforderungen seitens der HBL dabei von Jahr zu Jahr steigen und immer schwerer zu erfüllen sind“, sagt Hans-Gerhard Hahn, der zusammen mit Micha Thiemann als Jugendkoordinator der JSG tätig ist. So ist beispielsweise seit 2015 ein mehrstündiges Vormittagstraining für die Top-Nachwuchsspieler während der Schulzeit neu hinzugekommen. „Durch die Kooperationen mit unseren Partnerschulen Schiller-Gymnasium Pfullingen und Bonhoeffer-Gymnasium Metzingen haben wir auch diese Bedingung erfüllen können“, meint Micha Thiemann, der das Schultraining in Pfullingen leitet. Jörg Wittenberg aus dem Trainerstab der JSG leitet das Schul-Training in Metzingen.

Auch der Trainerstab der JSG Echaz-Erms mit mehreren A-, B- und C-Lizenztrainern bestand vor den Augen der HBL-Kommission. Die ausbildungsorientierte Vorgehensweise soll dazu führen, dass möglichst viele Jugendspieler ganz oben im Profibereich ankommen. Aktuell sind zwei JSG-Spieler Mitglied der DHB-Nachwuchs-Nationalteams: Jan Reusch bei den Junioren und Axel Goller bei der Jugend.

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